Immer wieder alles schwarz sehen
Begriffe: Frühling – Nase - Kohlenstaub
Mein Leben im Schlot
Es ist schon wieder Frühling, doch ich sehe die Sonne nicht.
Die Vögel zwitschern wohl, aber ich kann sie nicht hören.
Wo andere Leute an Blumen schnuppern, da steigt mir Kohlenstaub in Nase und Rachen.
Ich lebe in einem Schlot.
Es ist nicht mal ein besonders schöner Schlot. Von mittlerer Größe, schmutzig backsteinfarben und lange ausgedient, klebt er an einer verfallenen Fabrik. Nicht besonders spektakulär.
Aus genau diesem Grund habe ich ihn mir auch ausgesucht, damals.
Ich hatte die Sehnsucht nach etwas gewöhnlichem, weniger glanzvollen. Ich wollte raus aus meiner Altbaueigentumswohnung mit den 5 Zimmern, den hohen Decken und dem glänzenden Parkett.
Ich wollte mich geborgen fühlen. Behütet. Schlotig.
Nun verbringe ich schon den dritten Frühling hier in meiner vertrauten, rußigen Dunkelheit.
Ab und zu kratze ich etwas Moos von den Backsteinen, um mich notdürftig, jedoch schmackhaft zu ernähren.
In klaren Vollmondnächten steige ich für ein Stündchen ganz nach oben, und setze mich auf den Rand meines Schlotes. Dort lasse ich die Beine baumeln und schaue mit geschlossenen Augen ins silbrige Licht.
Ich mag mein Leben im Schlot.
Auch wenn man ganz unten sitzt, man sieht immer ein Licht am Ende des Tunnels.
Mein Leben im Schlot
Es ist schon wieder Frühling, doch ich sehe die Sonne nicht.
Die Vögel zwitschern wohl, aber ich kann sie nicht hören.
Wo andere Leute an Blumen schnuppern, da steigt mir Kohlenstaub in Nase und Rachen.
Ich lebe in einem Schlot.
Es ist nicht mal ein besonders schöner Schlot. Von mittlerer Größe, schmutzig backsteinfarben und lange ausgedient, klebt er an einer verfallenen Fabrik. Nicht besonders spektakulär.
Aus genau diesem Grund habe ich ihn mir auch ausgesucht, damals.
Ich hatte die Sehnsucht nach etwas gewöhnlichem, weniger glanzvollen. Ich wollte raus aus meiner Altbaueigentumswohnung mit den 5 Zimmern, den hohen Decken und dem glänzenden Parkett.
Ich wollte mich geborgen fühlen. Behütet. Schlotig.
Nun verbringe ich schon den dritten Frühling hier in meiner vertrauten, rußigen Dunkelheit.
Ab und zu kratze ich etwas Moos von den Backsteinen, um mich notdürftig, jedoch schmackhaft zu ernähren.
In klaren Vollmondnächten steige ich für ein Stündchen ganz nach oben, und setze mich auf den Rand meines Schlotes. Dort lasse ich die Beine baumeln und schaue mit geschlossenen Augen ins silbrige Licht.
Ich mag mein Leben im Schlot.
Auch wenn man ganz unten sitzt, man sieht immer ein Licht am Ende des Tunnels.
mibeg09 - 10. Nov, 14:47
