Samstag, 14. November 2009

Schreiben im Netz - Tipps und Infos


Verwendet nie ein neues Wort,
sofern es nicht drei Eigenschaften besitzt:
Es muss notwendig, es muss verständlich und
es muss wohlklingend sein. Voltaire


Der Informationswert eines Internet-Angebots besteht für den Nutzer hauptsächlich im Content, den die Seite bietet. „Content is king in the user´s mind. When asked for feedback on a web page, users will comment on the quality and relevance of the content to a much greater extent than they will comment on navigational issues or the page elements”, schreibt Jakob Nielsen über die Bedeutung des Contents.

Der Content besteht in den meisten Fällen aus Text. Die Nutzer werden in Texten über Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens informiert, erhalten in Texten Auskunft über die neusten Nachrichten und verkürzen sich mit unterhaltsamen und informativen Texten die Zeit.

Wie aber schreibt man Texte für das Internet, welche Besonderheiten sind zu beachten, wie müssen Texte formal strukturiert sein, um vom Nutzer überhaupt rezipiert zu werden? Und schließlich: Wie müssen sie inhaltlich aufgebaut sein, um zu überzeugen?


Selektives Lesen im Netz

Anders als der Leser eines Romans, ist der Leser im Internet nicht daran interessiert, einen Text Wort für Wort zu lesen. Vielmehr zeichnet sich der Leser im Internet dadurch aus, dass er bei der Suche nach Informationen ähnlich selektiv vorgeht, wie bei der „Lektüre“ einer Gebrauchsanweisung oder eines Lexikoneintrags. Er sucht gezielt nach relevanten Informationen und überfliegt den Text bzw.übergeht vollständig all das, was keinen direkten Informationsnutzen für ihn hat. Um Texte für das Internet zu schreiben, ist es wichtig zu wissen, dass Leser im Netz genau diese Technik des „selektiven Lesens“ anwenden.


Nur Relevantes wird gelesen

Texte die selektiv gelesen werden, benötigen einen besonderen inhaltlichen und formalen Aufbau, um den Leser zu erreichen. Internet-Nutzer scannen Texte. Sie ziehen sich nur jene Informationen aus den Texten heraus, die für sie relevant sind. Wo diese Art des Lesens im Netz nicht gewährleistet ist, ist die nächste, bessere Informationsquelle nur einen Mausklick entfernt.
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Praktische Leitlinien für gutes Web-Writing

Bereits 1997 haben John Morkes und Jakob Nielsen die Mechanismen des Online-Readings erforscht und dabei drei „goldene Regeln“ für gutes Web-Writing aufgestellt, die auch heute noch Gültigkeit besitzen.

Neben der einfachen Scannbarkeit des Textes verlangen sie, dass der Text kurz, präzise sowie objektiv und sachlich geschrieben sein soll.

Ein guter Online-Text muss von seiner Struktur her so gestaltet sein, dass er ein einfaches Überfliegen erlaubt, er also scanbar ist. So hat der Leser die Möglichkeit zu erkennen, ob der Text für ihn von hohem, von geringem oder von gar keinem Interesse ist. Um Leser auf der Seite zu halten, ist es also wichtig ein paar Grundregeln zu beherrschen, damit die Texte attraktiv und lesbar sind und dem Leser einen echten Nutzen bringen.


Die umgedrehte Pyramide – Vom richtigen Aufbau

Vieles vom dem, was im Print-Journalismus gilt, taugt auch als erfolgreiche Methode beim Texten im Netz. Dazu gehört an erster Stelle die sogenannte "inverted pyramid". Die umgedrehte Pyramide wurde während des amerikanischen Bürgerkriegs entwickelt und wird nach wie vor in allen Redaktionen dieser Welt angewandt. Damals erreichte wegen der noch großen Störanfälligkeit des Telegraphennetzes oft nur der Anfang eines Gefechtsberichts die Redaktionen. Darum wurden die Meldungen nicht chronologisch aufgebaut, sondern im Stil einer umgedrehten Pyramide. Das Wichtige wurde an den Anfang gestellt und die weniger wichtigen Detailinformationen an das Ende. So bestand die Nachricht dann aus zwei Teilen: dem Lead und dem Body. In Amerika wird diese Anordnung Climax-First oder Top-Heavy-Form genannt. Der "inverted pyramid-style" ist der Inbegriff für gute Scannbarkeit und deshalb lebenswichtig für einen guten Online-Text.


Headline, Lead und Body

Der Body ist die komplette Information. Der Lead oder Teaser fasst den Body in wenigen Sätzen zusammen – im Web sollte dafür meist nicht mehr als ein kerniger Satz verwendet werden - und die Headline zieht den bereits stark komprimierten Lead noch einmal auf das Wesentliche zusammen.


Achten Sie besonders darauf, dass
  • die Überschrift auch außerhalb ihres Kontextes Sinn macht
  • die Überschrift die wichtigste Information kommunizieret
  • die Überschrift den Leser zum Weiterlesen verlockt

Spielen Sie die Trumpfkarte aus

Die Zusammenfassung des Textkörpers in einem oder einigen wenigen Sätzen nennt man Lead oder Teaser. Der Teaser sollte die zentralen W-Fragen beantworten: Wer und Was. In journalistischen Lehrbüchern wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Erstellung des Leads die schwierigste journalistische Aufgabe ist. Ein gern gegebener Rat lautet: „Spiel deine höchste Trumpfkarte zuerst aus, lass die zweite folgen und spiel dann in aller Ruhe das Blatt herunter.“ Übersetzt bedeutet das: Alle wichtigen Informationen werden bereits im Lead gegeben.

Obwohl im Netz für einen echten Lead meist kaum Platz ist, sollten Sie sich auf einen Satz beschränken, in dem die zentrale Botschaft zusammengefasst ist. Eine solche „One Sentence Summary“ macht Sinn, um den Text selbst, den Body gewissermaßen anzupreisen und die Neugierde des Lesers zu wecken.


Denken Sie daran:
  • Der Lead muss kurz sein (meist genügt ein Satz)
  • Der Lead muss die wichtigsten Informationen kommunizieren
  • Der Lead sollte die zentralen W-Fragen „was“ und „wer“ beantworten
  • Der Lead muss in erster Linie informativ sein

One idea per paragraph

Der Body: Der Online-Text selbst sollte aus kurzen und überschaubaren Paragraphen bestehen. Lange Textblöcke schrecken ab und signalisieren dem Leser, dass er lange brauchen wird, um diesen Abschnitt zu lesen. Das ist im Internet die falsche Botschaft. Jeder Abschnitt sollte dabei eine eigene Subheadline (Zwischenüberschrift) haben, die dessen Inhalt prägnant zusammenfasst. Das ermöglicht es dem Leser für ihn uninteressante Paragraphen zu überspringen. Zu beachten ist darüber hinaus die Regel „One idea per paragraph“. Jeder Abschnitt sollte einen zentralen Gedanken aufgreifen und diesen kommunizieren. Ein neuer Gedanke wird in einem neuen Abschnitt ausgeführt.


Den Leser auf der Seite halten

Im Internet besteht der Textkörper also, anders als in Zeitungen, nicht aus einem großen Textblock. Im Internet setzt sich der Textkörper aus vielen kleinen, überschaubaren Paragraphen zusammen, die jeder für sich eine einfache, informative Botschaft kommunizieren. Wichtig dabei ist, dass diese Abschnitte nicht auf mehrere Webpages verteilt sind, sondern ganzheitlich auf einer Seite stehen. Das Verteilen auf mehrere Seiten verhindert zum einen, dass der Leser den Artikel als Ganzes scannen kann. Zum anderen werden der Lesefluss und die Aufmerksamkeit durch zu viele Klicks gestört. Das kann dazu führen, dass der Leser die Lektüre abbricht und einfach wegklickt um sich woanders zu informieren.


Orientieren Sie sich beim Erstellen eines guten Web-Bodies an folgenden Leitlinien:
  • Der Textkörper muss in mehrere Abschnitte zerlegt werden
  • Jeder Abschnitt sollte nur einen Gedanken kommunizieren („one idea per paragraph“)
  • Jeder Abschnitt muss eine eigene Subheadline haben
  • Der Textkörper sollte vollständig auf einer Webpage stehen

Machen Sie Ihren Text kurz und präzise

Ein guter Text im Web braucht nicht viele Worte. Studien haben ergeben, dass kurze und präzise Texte, die keine unnötigen Informationen enthalten, von den Lesern deutlich besser aufgenommen werden als ausschweifende Texte. Wirklich gute Internet-Texte zeichnen sich durch einen geringen Gesamtumfang aus. Das Ziel jedes Texters muss es also sein, möglichst kurz und präzise zu schreiben - nur so erreichen Sie Ihre Leser.

Untersuchungen von Morkes und Nielsen haben ergeben, dass Texte, die im Internet veröffentlicht werden, nur halb so lang sein sollten wie Texte, die auf Papier publiziert werden. Diese 50%-Regel muss ein gutes Text-Design auf jeden Fall beachten. Im Internet hat nur Erfolg, wer sich kurz fassen kann.


Klarheit der Sprache

Wichtig ist zudem, dass die Texte nicht nur kurz, sondern auch in einer klaren und einfachen Sprache verfasst sind. Der Leser muss die Texte trotz seiner geringen Aufmerksamkeit leicht verstehen können.

In Umfragen äußern knapp 70% der Online-Nutzer, dass sie im Internet eine ungezwungene Sprache einer komplizierten vorziehen. Das bezieht sich sowohl auf die verwendete Syntax als auch auf die Wortwahl. Lange, verschachtelte Sätze lassen sich nicht gut scannen und erfordern eine größere Konzentration, um verstanden zu werden. Komplizierte Ausdrücke sind zeitraubend und undeutlich und daher kontraproduktiv. Bei der Erstellung von Online-Texten sollte stets beachtet werden, dass eine komplizierte Sprache einen Teil der potentiellen Leser ausgrenzt. Dadurch wird die angesprochene Zielgruppe bereits im Vorhinein ohne Not verkleinert.


Also:
  • Online-Texte müssen kurz und präzise sein
  • Online-Texte müssen leserorientiert sein
  • Wenden Sie die 50%-Regel an
  • Online-Texte sollten auf eine Seite passen
  • Online-Texte müssen in einer einfachen Sprache geschrieben werden
  • Online-Texte müssen eine einfache Syntax verwenden

Um es mit den Worten von Dwight D. Eisenhower zu sagen:

„Was nicht auf einer einzigen Manuskriptseite zusammengefasst werden kann, ist weder durchdacht noch entscheidungsreif.“


Formales

Vermeiden Sie Unterstreichungen, Kursivschrift, farbige Markierungen und Variationen der Schriftgröße. Zur besseren Orientierung und Steigerung der Aufmerksamkeit sind Inhaltsverzeichnisse, Text-Zitate, Exzerpte und Summaries sowie Graphiken und Bilder geeignet.

Bleiben Sie klar – und neugierig. Und denken Sie daran: Den Stil verbessern heißt, den Gedanken verbessern.


Zum Schluss noch ein paar Übungen:
  • Um eine „brandheiße“ Geschichte zu erzählen haben Sie nur den Platz auf einer Postkarte. Kondensieren, konzentrieren und bündeln. „Wer nicht auf den Punkt kommt, hat seine Leser bereits verloren“.
  • Brainstorming: Legen Sie Wortfelder an. Wörter zum Hören. Wörter zum Sehen. Wörter zum Fühlen. Lesen Sie! Alles!
  • 140 Zeichen, nicht mehr. Kurz, bündig und originell mit Twitter.
  • Eine gute Nachricht: Ein Produkt Ihres Unternehmens wird teurer.

Viel Erfolg, vor allem aber viel Freude wünscht Ihnen

Paul Schilling

textwerk-online

Donnerstag, 12. November 2009

Feedback

Liebe Kursteilnehmer,

nach Ihrem positiven Feedback am vergangenen Dienstag, hoffe ich, dass Sie ein bisschen "Blut geleckt" und Witterung aufgenommen haben und sich mittlerweile neugierig im Blogdschungel bewegen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie von ihren neuen Blogs berichten, zumindest aber einen Link hier auf der Seite hinterlassen würden.

Für all diejenigen, die noch einen Praktikumsplatz suchen, empfehle ich www.newsroom.de. Dort gibt es auch regelmäßig Jobangebote im Bereich Onlinejournalismus.

Viel Erfolg für die Zukunft und: Bleiben Sie neugierig!

Paul Schilling

p.s. Hier finden Sie die versprochenen Informationen und Tipps zum Thema "Schreiben im Netz".

Dienstag, 10. November 2009

Wie eine falsch liegende Strähne Gorbatschows den Mauerfall verursachte

Mögen die Historiker sich doch auf allerlei politische Fakten beziehen, die Wahrheit über die deutsch-deutsche Vereinigung liegt in den Annalen eines Friseurgeschäftes.

Gorbatschow

Der russische Geheimdienst, KGB, veröffentlicht auf seiner Internetseite www.kgb.com ein Dokument, das ein Gespräch mit dem damaligen Regierungschef Gorbatschow und seinem Friseur aufzeigt. Am Abend vor dem 9.November1989 ärgerte sich Raissa Gorbatschowa so sehr über die Frisur ihres Ehemannes, dass sie spontan den Friseur Dimitri anrief und das Schicksal der Weltgemeinschaft seinen Lauf nahm. Nun gut, auch die Frisur Gorbatschows nahm ihren Lauf, aber wer nun tatsächlich als Held zu betiteln ist, bleibt nach dieser Geschichte sehr fragwürdig.

Lesen Sie die wahre Geschichte über den Mauerfall…

Auf die Idee muss man erstmal kommen!

So passiert letzten Samstagnachmittag im Stadtwald: Der herbstliche Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein ist grandios! Der Hund wälzt sich in den bunten Laubbergen.
Beim Weitergehen sieht man in der Ferne eine wild gestikulierende Figur auf einem Hochsitz. Sie ruft unverständliche Worte. Als wir uns nähern, staunen wir nicht schlecht über das, was die Person durch den Wald ruft: „Haltet den Verbrecher, haltet ihn!“, und uns erschließt sich der Grund der Aufregung: Entsetzt sehen wir, dass die Leiter, die dem Mann den Abstieg vom Hochsitz gewährleisten sollte, nicht etwa, wie noch kurz zuvor am Holzgerüst lehnt, sondern nun auf der Erde liegt.
Der Verantwortliche für die Missetat bahnt sich gerade in aller Eile den Weg durchs Unterholz. Voller Mitgefühl für den einsam Gestrandeten in lichter Höhe bieten wir unumwunden unsere Hilfe an. Wir rennen los, um den Strohkopf, der den Aufgeregten dort oben abgestellt hat, zur Rede zu stellen. Leider entwischt er, und durch den herbstlichen Wald hallen noch lange die Rufe des Bedauernswerten: „Haltet ihn…“

Blockade im Gehirn

Unsicherheit kriecht in mir hoch: eifriges Tippen um mich herum, nur in meinem Hirn ist gerade ein großes Vakuum. Mein Bedürfnis, mich dieser Welt schriftlich mitzuteilen, liegt im gegenwärtigen Augenblick bei 0. Ich habe also keine Botschaft und auch keine Ahnung, wie ich diese „Nicht-Botschaft“ dadurch für potentielle Leser attraktiv machen soll, indem ich in ihr die drei gezogenen Begriffe „Obama“, „Nudel“, „Zebra“ unterbringe. Natürlich müssten diese Begriffe dann auch noch passend verlinkt werden, z.B. auf spiegel-online (da steht bestimmt auch heute etwas über Obama), auf maggi-kochstudio.de und koelnerzoo.de. Bis der Leser dann –nach hoffentlich langer, langer Zeit- wieder zu meinem spannenden Text zurückgekehrt ist, ist mir vielleicht auch etwas eingefallen, was ich denn doch noch als wichtige Botschaft ins unendliche www setzen möchte. Bis dahin zum Abschluss schnell noch ein Zitat –tut mir leid, aber es sticht mir gerade ins Auge-:“Wer aber nicht eine Millionen Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben“. (Goethe)
Schade, zu spät…

Pendlergeschichten aus dem ÖPNV

Der Darm meines Sitznachbarn meldet sich
Öffentliche Nahverkehrsmittel sind ähnlich wie Massentiertransporte. Viel Mensch
auf wenig Raum. Da kann es vorkommen, dass sich Magen- und sogar Darmgeräusche melden und unfreiwillig direkt und lautstark oder besser „geruchsstark“ an die Sitznachbarn dringen. Wer zuerst reagiert, hat verloren. Hier wird konsequent ignoriert, um ein friedliches Miteinander auf den nächsten Kilometern zu sichern. Knurrende Mägen und heiße Luft aus dem Darm sind aber im Vergleich zu lautstarken Handy- und Mp3-Player-Orgien so was von menschlich und erträglich, dass das Ignorieren eine Form der Höflichkeit ist.

Neue Ampeln für den ÖPNV?
Die Signal-Ampeln auf vielbefahrenen Strecken sind eigentlich nicht erst seit gestern da. Trotzdem ist ein gern gehörter Grund für den vermeintlichen Stillstand einer Bahnlinie folgende Ansage:“ Aufgrund von Signalstörungen auf der Strecke XY, verzögert sich unsere Weiterfahrt um wenige Minuten.“ Aus den wenigen werden ziemlich viele und ich als Reisender frage mich: was auf der Straße tagtäglich nahezu reibungslos klappt, kann doch auf Bahnschienen nicht schwieriger sein, oder?

„Kaputte“ Typen auf der Heimreise
Er ist Mitte zwanzig, Farbkleckse (meistens weiß) durchziehen seine braune, halblange Haarpracht und im Blaumann, nee lackbespritzter Weißmann, sitzt er mir gegenüber und schläft. An Wochentagen gegen 17 oder 18 Uhr ist der Anstreicher der Prototyp des halb wegdösenden Feierabendpendlers. (…)

Dadaistische Metaschau eines Gebruteigten

„Ein Affe wartet auf einem Parkplatz auf seine Rente.
Juchhu.
Jetzt bloggt gefälligst!“
So könnte ein Text aussehen, der unter der Prämisse entstand, unter Verwendung der Worte „Affe“, „Rente“ und „Parkplatz“ einen Text zu schreiben, der andere zum Bloggen anregen soll. Ich bin gespannt, wie eure Meinung zum Ergebnis ausfällt. Bloggt doch einfach mal!

Nee – jetzt erst ist der Text fertig, der unter der Prämisse entstand, unter Verwendung der Worte „Affe“, „Rente“ und „Parkplatz“ einen Text zu schreiben, der andere zum Bloggen anregen soll. Und? Wie gefällt’s euch? Bloggt doch mal!

Neeeeee! – jetzt erst – na, ihr kennt das ja schon. Also: Hopp, BLOGGEN!!!

Der Gebruteigte

Filzen für den Tannenbaum

Die Auslagen in den Geschäften sagen es schon seit Wochen: bald ist Weihnachten!
Höchste Zeit, sich Gedanken um Weihnachtsgeschenke und Tannenbaumschmuck zu machen.
Wie wäre es mit originellem, selbst gefertigtem Tannenbaumschmuck zum Verschenken? Hier stellen wir originelle Vorlagen und den Weg zum erfolgreichen Filz-Objekt vor.

Filzen ist Freiheit

„Filzen“ ist seit einigen Jahren groß in Mode.
Der größte Vorteil beim Filzen ist die absolute Freiheit bei der Formgebung.
Aus einer Handvoll Wolle entstehen echte kleine Kunstwerke, die man gut als Weihnachtsschmuck nutzen kann. Mit den Händen wird das Filz-Objekt während des Bearbeitens in Form gedrückt. Das freie Formen erlaubt auch die Korrektur der Filzobjekte während des Arbeitens. Dadurch sind der künstlerischen Freiheit keine Grenzen gesetzt.

Wasser und Filz

Nassfilzen ist eine uralte Methode, mit der man auch etwas größere Objekte in starker Festigkeit herstellen kann. Nass gefilzte Filzbahnen sind so stabil, dass die Mongolen daraus bis heute Stiefel und Jurten herstellen.
Das sollte auch genug Stabilität für Weihnachtsschmuck sein.
Die nasse Wolle kann mit den Händen sehr leicht in die vorgesehene Form gedrückt werden. Da Nassfilzen aufgrund der reichhaltigen Verwendung von Wasser und Schmierseife eine richtige Planscherei wird, sollte man unbedingt genügend Handtücher zum Aufnehmen überschüssigen Wassers bereit liegen haben.

Ein prächtiger Bart für den Weihnachtsmann

Die Struktur des Filzes erlaubt neben runden Formen auch spitz zulaufende Zipfel. Mit Filz können aus einigen Fransen hervorragend etwa Bärte oder Zipfelmützen geformt werden. Gerade bei der Figur des Weihnachtsmannes sind Bart und Zipfelmütze von elementarer Bedeutung. Bei der Anfertigung einer Weihnachtsfrau müsste sorgfältig überlegt werden, ob diese auch einen Bart hat (aus Gründen der Gleichberechtigung) oder unter der Zipfelmütze eher Wollfransen in Form von Zöpfen herausgucken.

Bettina

„Ja ist denn heut schon Weihnachten?“

Obwohl das Weihnachtsfest noch in relativ entfernter Zukunft liegt (denn auch dieses Jahr findet es völlig überraschend am 24. Dezember statt), wird man in den Supermärkten schon seit Monaten mit Weihnachtsbäckereien überhäuft. Wozu all das? Was will mir das eigentlich sagen? Und wie soll ich mich verhalten?

Der traditionelle Christstollen zum Beispiel schmeckt ganz klar besser, wenn er schon etwas „gereift“ ist. Muss ich ihn aber deshalb schon heute kaufen? Und wie soll ich ihn dann aufbewahren? Im Kühlschrank, damit er mir nicht weggammelt, im Brotkorb, in den ich ohnehin regelmäßig hineinschaue, damit ich ihn nicht vergesse oder lege ich ihn schon jetzt unter den imaginären Weihnachtsbaum auf den Teppich? Dank Fußbodenheizung könnte sich sein Volumen in den nächsten 6 Wochen eventuell noch verdoppeln. Gute Idee! Aber Achtung: Biologische Prozesse könnten auch dazu führen, dass er quasi von alleine aus der Wohnung läuft.

Ich werde wohl einfach weiterhin an all den Leckereien vorbeigehen.

Paris, die Stadt der Liebe – ne, ist klar.

Wenn ich an Paris denke, kommt mir der blanke Hass. Von wegen Stadt der Liebe. Die Stadt stinkt und ist dreckig. Bei mir kommen da keine romantischen Gefühle auf, aber ich finde auch an Kneipenklos keinen Gefallen. Die Menschen in dieser Stadt sind außerdem arrogant und unfreundlich.

Bei meinem letzten Besuch vor einer Woche hat mich die blasierte Verkäuferin bei Lafayette tatsächlich aus dem Laden herauskomplimentiert, weil ich es gewagt habe, eine Parfumflasche zu öffnen und dran zu riechen. Ich hätte wohl erst warten müssen bis sich eine der Schicksen da bequemt hat. Bin danach dann in ein Café, um mich wieder abzuregen. Als ich den Café au lait bestellt habe, wollte der Kellner partout mein Französisch nicht verstehen und Englisch ging ja aus Prinzip nicht. Ich hab dann mal eine Coca Cola bestellt. Mag ich nicht, aber ich stand kurz vorm Verdursten.

Und als wäre das der Niedertracht noch nicht genug, stand auf der Rechnung nachher auch noch der Café au Lait drauf, den ich ja faktisch nie bekommen hatte. Die Diskussion mit dem Kellner ist dann auch planmäßig eskaliert. Irgendwann guckte einfach jeder im Laden auf mich. Offensichtlich hatte der Kellner lauthals zu verstehen gegeben, dass ich eine arrogante Deutsche sei, die ihre Getränke nicht bezahlen wolle.

Sollte jemals ein Mann auf die Idee kommen, mir eine romantische Reise nach Paris schenken zu wollen, kann er gleich seine neue Freundin dahin mitnehmen. Ich zumindest war das letzte Mal dort.Eiffelturm

Rehpinschers Schwermut

Rehpinscher_by_Katja-Wolf_pixelio-de1Haare wachsen, deshalb müssen sie von Zeit zu Zeit geschnitten werden. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für so manchen Hund. Allen wohl bekannt sind die herrlich geschorenen Pudel. Aber auch jenseits solcher Geschmacksirritationen kommen Schere und Rasierer bei Hunden zum Einsatz. Was aber bitte schön suchen 27 Rehpinscher im Hundesalon?

Geselligkeit gegen Schwermut

Diese Dobermänner im Taschenformat bestechen durch ihr kerniges kurzes Fell, das so manchen Besitzer dazu bringt, ihnen ein Mäntelchen zu verpassen.
Ein Blick in hundewissen.de sorgt für Aufklärung: Rehpinscher neigen zu Schwermut, wird dort erklärt. Deshalb treffen sie sich wohl im Salon zum geselligen Beisammensein bei ausgesuchtem Hundefutter.

Salongekläffe

Also: nicht wundern und schon gar nicht ärgern, wenn sie vielstimmig aus einem Schaufenster angekläfft werden. Schließlich haben die armen Rehpinscher keinen anderen Salon als den Hundesalon und im Winter ist es auch so schrecklich kalt draußen. Gönnen wir ihnen ihre Zerstreuung, schließlich sollen unsere Rehpinscher auch nicht leben wie die Hunde.

Merkel Augenstern Kissen

Was haben die Begriffe Augenstern, Merkel und Kissen miteinander zu tun? Mal abgesehen von äußerst unappetitlichen Fantasien, die Ihr jetzt sicher wieder haben werdet. Nix natürlich. Und das ist das Problem. Im Augenblick mein größtes. Denn genau diese drei Begriffe sind auf den Zetteln vor mir, die mir das Thema für diese Kreativitätsübung vorgeben.

Liegen da, ganz faul, bewegen sich nicht und bilden sich ein, ihre pure Existenz würde aus ihnen ein Thema machen. Geirrt, meine kleinen Freunde aus totem Holz. Von einem Thema seid Ihr soweit entfernt, wie der FC von der Champions League.

Ein Thema besticht durch Relevanz, durch Aktualität und durch Originalität. Zugegeben – Eure Zusammenstellung ist schon äußerst originell. Aber wen interessiert schon, mit welchem Augenstern Frau Merkel heute wieder das Kissen teilt? Eben. Niemanden. Und den Guido schon gar nicht. Glaubt mir.

Und Aktualität? Ich bin mir ziemlich sicher, dass Frau Merkel auch morgen wieder mit einem Augenstern das Kissen teilt. Wie relevant ist denn bitte ein Thema, das jeden Tag aktuell ist? Da hat doch bestimmt schon jeder drüber geschrieben.

Ne, ne Jungs; sucht Euch mal schön einen anderen Deppen, der über Euch schreibt.

Immer wieder alles schwarz sehen

Begriffe: Frühling – Nase - Kohlenstaub

Mein Leben im Schlot

Es ist schon wieder Frühling, doch ich sehe die Sonne nicht.
Die Vögel zwitschern wohl, aber ich kann sie nicht hören.
Wo andere Leute an Blumen schnuppern, da steigt mir Kohlenstaub in Nase und Rachen.

Ich lebe in einem Schlot.

Es ist nicht mal ein besonders schöner Schlot. Von mittlerer Größe, schmutzig backsteinfarben und lange ausgedient, klebt er an einer verfallenen Fabrik. Nicht besonders spektakulär.
Aus genau diesem Grund habe ich ihn mir auch ausgesucht, damals.
Ich hatte die Sehnsucht nach etwas gewöhnlichem, weniger glanzvollen. Ich wollte raus aus meiner Altbaueigentumswohnung mit den 5 Zimmern, den hohen Decken und dem glänzenden Parkett.

Ich wollte mich geborgen fühlen. Behütet. Schlotig.

Nun verbringe ich schon den dritten Frühling hier in meiner vertrauten, rußigen Dunkelheit.
Ab und zu kratze ich etwas Moos von den Backsteinen, um mich notdürftig, jedoch schmackhaft zu ernähren.
In klaren Vollmondnächten steige ich für ein Stündchen ganz nach oben, und setze mich auf den Rand meines Schlotes. Dort lasse ich die Beine baumeln und schaue mit geschlossenen Augen ins silbrige Licht.

Ich mag mein Leben im Schlot.

Auch wenn man ganz unten sitzt, man sieht immer ein Licht am Ende des Tunnels.

Erste Schritte

Ich hoffe etwas Begeisterung zu wecken.Schweinegrippefoto

Mittwoch, 4. November 2009

Blogs - Eine Medienrevolution?


Über 70 Millionen Weblogs gibt es weltweit und täglich kommen rund 120.000 dazu. Es ist wohl kaum übertrieben von einer echten Medienrevolution zu sprechen.

Was aber macht die Faszination und was macht den Nutzen dieser neuen Kommunikationsform im Internet aus? Welche Arten von Weblogs gibt es? Und wie richten Sie Ihr eigenes Weblog ein? Welche Regeln bestimmen den erfolgreichen Einsatz, und wie erreicht Ihre Botschaft eine möglichst große Zahl von Lesern?

Am Beginn sollen ein paar grundlegende Überlegungen stehen:

Warum bloggen? Und vor allem: Wie? Wer soll mein Blog lesen? Und warum? Welche Leser möchte ich gewinnen? Wen will ich erreichen? Und mit welchen Mitteln?
  • zeitnahe Kommunikation durch Blogs
  • Texte als Multiplikatoren
  • Steigerung der Auffindbarkeit, der Wahrnehmung und Effektivität von Online-Texten
  • Informationsüberlastung und Informationskonkurrenz
  • Wann wird ein Text gelesen?
  • Alternativen zum Text (Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Aber: Das muss ich Dir erzählen!)
  • Geschichten übersetzen Informationen in Emotionen

Technische Grundlagen: Software, Tools und Anbieter. Die Praxis.

Resümee und Ausblick

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